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Die Insektive baut Unterkünfte für Insekten

Die Möglichkeiten sich mit Insekten zu beschäftigen sind auch im Winter so vielfältig wie diese Tiergruppe selbst. Für die Teilnehmenden der Insektive stand in diesem Winter ein besonderes Bauprojekt auf dem Plan. Mit tatkräftigem Einsatz wurde gemessen, gesägt, geschraubt, geschmirgelt und gebohrt. Die handwerklichen Fähigkeiten wurden ausgebaut und gleichzeitig wurden ein Insektenhotel sowie ein Hummelkasten gebaut. Die feierliche Aufstellung der Unterkünfte erfolgte am 30.03.2026 an der Blühfläche der Fachdidaktik Biologie am Uniplatz in Rostock. Nun warten wir gespannt auf die Gäste und werden regelmäßig schauen, wer eingezogen ist. 

Anrühren eines Sand-Lehm Gemisches

Einbringen des San-Lehm Gemisches im Insektenhotel

Dachpappe zum Regenschutz wird angebracht

Insektenhotels sind notwendig, weil viele Insektenarten heute unter starkem Lebensraumverlust leiden. Durch intensive Landwirtschaft, versiegelte Flächen und „aufgeräumte“ Gärten fehlen natürliche Strukturen wie Totholz, markhaltige Stängel oder offene Bodenstellen, die früher als Nist- und Überwinterungsplätze dienten. Besonders Wildbienen finden oft keine geeigneten Orte mehr, um ihre Eier abzulegen und ihre Brut zu versorgen.

Ein Insektenhotel kann ein Teil solcher fehlenden Mikrohabitate ersetzen und bietet geschützte Hohlräume, in denen Insekten ihre Nachkommen entwickeln können. Dadurch wird die Artenvielfalt gefördert und gleichzeitig die Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen gesichert, was eine wichtige Grundlage für funktionierende Ökosysteme und die Nahrungsmittelproduktion ist. 

Das Aufstellen von Insektenhotels ist jedoch nur ein kleiner Trost. Wir kommen nicht umhin die Nutzung unserer Flächen im städtischen und ländlichen Raum zu überdenken und großflächige Natur(nahe) Flächen entstehen zu lassen. 

In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit ca. 330 Wildbienenarten heimisch. Davon können ca. 25 % ein Insektenhotel für ihre Brut nutzen. Die übrigen 75% brüten im Boden und brauchen offene, sandige Flächen. Hierfür kann ein Sandarium angelegt werden. 

Entscheidend für ihre Wirksamkeit ist eine fachgerechte Bauweise: Es sollten ausschließlich natürliche, unbehandelte Materialien verwendet werden. Pflanzenmaterial mit natürlichen Hohlräumen wie Schilf, japanischer Staudenknöterich oder Bambus eigenen sich sehr gut. Die Röhrchen müssen sauber zugeschnitten werden und sollten mindestens eine Länge von 15 cm haben. Ein Ende sollte möglichst durch einen natürlichen Knoten (Nodium) verschlossen sein oder nach hinten geschlossen eingebaut werden, da viele Arten geschlossene Niströhren bevorzugen. Auch Holzstämme mit Bohrlöchern sind geeignet, wobei die Bohrlöcher glatt und unterschiedlich groß (ca. 2–9 mm Durchmesser) sein müssen, um verschiedenen Arten gerecht zu werden. Wichtig ist, dass die Bohrlöcher quer zur Faserrichtung gesetzt werden, also in die Längsseite des Holzes, so wie es auch in der Natur geschehen würde. Der Standort sollte sonnig, wind- und regengeschützt sowie möglichst nach Süden ausgerichtet sein, damit sich die Niströhren erwärmen und trocken bleiben. Zudem ist darauf zu achten, dass das Insektenhotel stabil befestigt ist und nicht schwingt, da viele Insekten empfindlich auf Bewegung reagieren.

Die zugeschnittenen Schilfröhrchen werden gesäubert

Das fertige Insektenhotel mit verschiedenen Niststrukturen wurde zum Schutz vor Vögeln mit Draht abgedeckt