Kids und Gelegenheitsfotografierende werden sich nicht gleich eine teure Kamera mit Makroobjektiv kaufen, um Insekten zu fotografieren, sondern erst einmal ein Smartphone/iPhone nutzen. Es lohnt sich, gezielt Testaufnahmen mit einem toten Insekt zu machen, um herauszufinden:
- mit welchen Einstellungen habe ich die besten Ergebnisse?
- reicht mir die Qualität?
Einfache gebrauchte digitale Kameras kann man im Internet mitunter günstig ersteigern. Auch hier stellen sich die Fragen:
- mit welchen Einstellungen habe ich die besten Ergebnisse?
- reicht mir die Qualität?
- Gibt es Vorteile gegenüber einem Smartphone/iPhone?
Auf unserem Insektive-Treffen am 04.11.2025 haben wir exemplarisch Fotoversuche mit toten Kartoffelkäfern (Leptinotarsa decemlineata) durchgeführt. Dazu mussten die Käfer erst einmal wieder „in Form“ gebracht werden, da Beine und Fühler angelegt waren:


Gründlich in Wasser einweichen, mit Nadeln auf Styropor fixieren und wieder trocknen lassen – so sieht der Käfer schon besser aus.
Testkandidaten von Fotoequipment waren: Samsung Note 20 (ein Smartphone, 2020 auf den Markt gekommen), eine alte Olympus VR-350 Kompaktkamera von 2012 und die schon für Makroaufnahmen speziellere (und viel teurere) Kompaktkamera Olympus Tough 5/ Olympus TG-5 von 2017.

heute (2026) für kleines Geld gebraucht zu bekommen – Olympus VR-350
Ergebnisse:
Samsung Note 20: man sieht schon, besonders dicht kommt man an den Kartoffelkäfer mit diesem Smartphone nicht heran:

Kartoffelkäfer, fotografiert mit dem Samsung Note 20
Gewusst wie: im „Pro-Modus“ kann man manuell Fokussieren und lässt man den Finger auf der Fokussierschiene, so zeigt das Note 20 die schärfsten Bereiche mit grünen Pixeln im Display an (Focus Peaking). So gelingt die Scharfstellung exakt, wenn auch etwas mühselig.

Der Bildausschnitt mit dem Kartoffelkäfer ist dann von brauchbarer Qualität
Mit der Olympus VR-350 kann man den Kartoffelkäfer schon viel größer abbilden:

Allerdings ist die Tiefenschärfe dann sehr klein und die allgemeine Bildqualität sehr mäßig.
Da ist ein etwas kleinerer Abbildungsmaßstab besser und ein wenig Bildnachbearbeitung hilft:

Kartoffelkäfer mit Olympus VR-350, kleinerer Maßstab
Fazit
Am Ende etwa qualitativ gleiche Ergebnisse von Samsung Note 20 und Olympus VR-350, aber trotzdem ein paar Vorteile der günstigen Olympus VR-350 gegenüber dem Samsung Note 20:
- (1) Makroaufnahmen mit großem Abbildungsmaßstab lassen sich einfacher erstellen
- (2) man kann nur fotografieren und wird nicht durch anderes abgelenkt – wichtig für Kids!
Olympus TG 5: erwartungsgemäß fallen die Ergebnisse viel besser aus, da diese Kamera spezielle Makroeinstellungen ermöglicht und hier auch noch die Aufnahme und interne Verarbeitung von Bildstapeln unterstützt. Das ist sehr effektiv. Mit dem zusätzlichen Ringlichtdiffusor lassen sich sogar noch sehr kleine Objekte gut ausleuchten.

Kartoffelkäfer, fotografiert mit der Olympus Tough TG 5, internes Foto-Stacking
Bis auf den Preis ist die Olympus TG 5 die ideale Kamera für Insekten, an die man dicht heran kommen kann.
Natürlich gibt es (inzwischen) auch Smartphones mit besseren Makrofähigkeiten als das Samsung Note 20 – Vorteil (2) der günstigen Kompaktkamera bleibt aber bestehen!
