20.04.2026
Keller sind ja manchmal schon etwas unheimlich. So auch bei unserer Weiterbildung am 20. April 2026. Hier wurden wir auf tote Zitterspinnen (Pholcus phalangioides) im Keller aufmerksam gemacht, die eigentümliche watteartige Beläge aufwiesen. Es waren aber auch noch lebende Tiere ohne Belag zu finden.


Mit dem Pilz Engyodontium aranearum befallene Zitterspinne – rechts ein Ausschnitt
Eine kurze Internetrecherche ergab, dass es sich bei der Watte wahrscheinlich um die Fäden (Hyphen) des Pilzes Engyodontium aranearum handelt – eine Pilzart, die Zitterspinnen in feuchten Kellern befällt, was meistens zum Tod der Spinne führt (Jent & Fuller 2014) – man spricht von einem pathogenen Pilz. Interessant, könnte man doch denken, dass die Große Zitterspinne, zu deren Beute auch andere Spinnenarten gehören, keine echten Feinde im Keller hat.
Aber auch andere Pilze, wie z.B. Beauveria bassiana und Isaria farinosa, befallen Wirbellose und das kann dann ganz ähnlich aussehen, seht mal hier (nach unten scrollen). Erst das Mikroskopieren der Pilze macht sichtbar, dass es sich hier um Engyodontium aranearum handelt. Auffällig sind vor allem die länglichen Sporen. Die Pilzhyphen sind verzweigt, bilden aber keine „Köpfchen“.


Pilzhyphen und -sporen (die länglich-ovalen Teile) von Engyodontium aranearum unter dem Mikroskop
Es lohnt sich, immer etwas genauer hinzusehen!
